Der Grüne Leu

Hobelwerk, Haus D, Winterthur

PROJEKTVERFASSENDE

Pascal Flammer Architekten

Baubüro in situ AG

Studio Vulkan

BAUHERRSCHAFT

Baugenossenschaft mehr als wohnen

SONDERPREIS DER GRÜNE LEU
«Der Grüne Leu» wird mit dem Ziel verliehen, Architekturschaffende und Bauherrschaften zu ermutigen den dringend notwendigen ökologischen Wandel anzugehen und dabei Ungewöhnliches zu wagen. Die Suche nach der angemessenen Gestalt ist ein zentrales Thema im architektonischen Schaffen. Wie gelingt es uns heute angesichts der aktuellen Klimakrise gute Architektur zu erschaffen, die einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen pflegt? Wie kann Architektur Beiträge zur Minimierung der Treibhausgasemissionen, zur Energiewende, zu Netto-Null, zum klimaangepassten Bauen und Gestalten sowie zur Biodiversität leisten?

Anwärter/-innen für diesen Sonderpreis sind Architekturschaffende und Bauherrschaften, die sich intensiv dem Thema der ökologischen Nachhaltigkeit gewidmet und dabei besonders kluge und ganzheitliche Lösungen erarbeitet haben. Gesucht wird das Projekt, welches Herausragendes zum Thema vorweisen kann, bei dem möglicherweise Neuland betreten und eine eigene Ästhetik wie auch Architektursprache entwickelt wurde. Im Unterschied zu den bekannten Energie- und Nachhaltigkeit-Labels wollen wir hier nicht mit technischen Werten und Berechnungen agieren, sondern intelligente und überraschende Bauten aufspüren, welche die aktuellen, dringenden Herausforderungen meistern. Die von der Jury nominierten Projekte, können nebst einer Auszeichnung oder Anerkennung mit dem Preis «Der Grüne Leu» ausgezeichnet werden.

SIEGERPROJEKT
Von aussen sieht man dem Wohnhaus D auf dem Hobelwerkareal in Winterthur nicht an, dass hier ein Pionierbau von Architektur mit wiederverwendeten Bauteilen steht. Viele der verbauten Elemente – darunter Metallteile an der Fassade, Fenster, Fensterläden, Innentüren und Betonbrüstungen – verbringen hier bereits ihr zweites Leben. Statt Assemblage empfängt einen durch den weissen Anstrich eine hochwertige, gar elegante Ausstrahlung. Nicht nur den ökologisch nachhaltigen Grundsätzen der Stunde (reduce, re-use, recycle) zu folgen, sondern auch eine angemessene Architektursprache dafür zu finden, das gehört zu den grossen architektonischen Aufgaben der Zukunft.
Der Nachhaltigkeitsgedanke setzt sich bis unter die Erde fort: Auf eine Unterkellerung wurde verzichtet, das spart viel Beton. Die Konstruktion besteht aus Vollholz, der Leimanteil ist niedrig, was das spätere Demontieren und allfällige Weiterverwenden der Teile einfacher macht. Und zuletzt die Wohnform: Die Bewohnenden leben hier mit bis zu 16 Personen in Cluster-WGs und Grosswohnungen. Der Flächenverbrauch pro Person liegt bei etwa 30 Quadratmetern, das ist ein Drittel weniger als der kantonale Durchschnitt.

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